Abschied aus der Bayernliga

Der EC Pfaffenhofen hat die Wende nicht mehr geschafft. Am Dienstag unterlagen die Pfaffenhofener im Spiel fünf der Best-of-Seven-Serie beim EHC Waldkraiburg mit 0:3 (0:0; 0:1; 0:2). Die Löwen verwandelten somit vor eigenem Publikum ihren ersten Matchball, gewannen die Serie dadurch mit 4:1 Siegen und sicherten sich den Klassenerhalt, während der ECP als Absteiger aus der Bayernliga feststeht. 

Schon im Vorjahr waren die Pfaffenhofener im Play-Down-Finale nach sieben dramatischen Spielen dem ESV Buchloe unterlegen, blieben aber durch den Aufstieg der Erding Gladiators in der Bayernliga. Heuer jedoch wird es keinen Aufsteiger in die Oberliga geben, sodass für die Pfaffenhofener vorerst eine Ära enden wird. Mit dem ECP verabschiedet sich einer der Dinos der Bayernliga, der er fast 40 Jahre mit nur kurzen Unterbrechungen von drei Jahren in der 2. Liga Süd und einem Jahr Landesliga angehört hat. 

Mit dem knappen 4:3 Auswärtssieg vom Sonntag hielt der EHC Waldkraiburg vor dem fünften Aufeinandertreffen der beiden Teams alle Trümpfe in der Hand. Zumal mit Jakub Sramek auch der Spielmacher der Löwen nach seiner Verletzung wieder mit dabei war, während beim ECP weiterhin Jakub Vrana, Hannes Leonhardt und der gesperrte Marc Sauer fehlten. Deshalb musste Karreem Hätinen als sechster Verteidiger in der Abwehr aushelfen. Die 635 Zuschauer in der Waldkraiburger Eishalle sahen von Beginn an eine ziemlich ausgeglichene Begegnung

Im ersten Abschnitt hatten die Gastgeber zwar etwas mehr vom Spiel, die ganz großen Möglichkeiten boten sich auf beiden Seiten aber eher selten. Und was die aufmerksamen Abwehrreihen nicht geklärt bekamen, bereinigten schlussendlich die starken Torhüter beider Mannschaften. Vor allem ECP-Goalie Jonathan Kornreder bot zum wiederholten Male eine ganz starke Vorstellung und wurde deshalb auch zurecht als  bester Spieler der Serie seiner Mannschaft geehrt.

So ging es mit einem torlosen Unentschieden in den zweiten Abschnitt, in dem sich am Spielgeschehen kaum etwas änderte. Nur mit dem Unterschied, dass jetzt die Pfaffenhofener mehr Scheibenbesitz hatten. Allerdings fehlte ihnen im Angriff die Durchschlagskraft, sodass auch weiterhin gute Chancen eher Mangelware blieben. Die beste hatten die Hausherren bei einem Alleingang von Nico Vogl, der aber in Kornreder seinen Meister fand. Machtlos war dieser jedoch beim Führungstreffer der Löwen in der 37. Minute. Martin Kokes brachte den Puck von der blauen Linie Richtung Tor, Andris Dzerins hielt seinen Schläger rein und Kornreder war geschlagen.

Im letzten Drittel mussten die Gäste nun immer mehr aufmachen und die sich bietenden Räume nutzten die Löwen durch Anthony Dillmann zum vorentscheidenden 2:0 (45.) . Die Pfaffenhofener versuchten nochmals alles, nahmen auch früh ihren Torhüter vom Eis, doch mit einem Schuss ins verwaiste Tor machte Dillmann den Klassenerhalt für die Löwen und den Abstieg für den ECP endgültig perfekt. „Wir hatten heute nichts mehr zu verlieren, wussten, dass wir viel investieren müssen. Ich kann meiner Mannschaft vom Einsatz her keinen Vorwurf machen. Es war ein sehr offenes Spiel,“ zog Markus Muhr ein Schlussfazit und gratulierte seinem Kollegen Jürgen Lederer zum Klassenerhalt. Der fand schließlich tröstende Worte für den unterlegenen Gegner. „Ihr habt uns in der Serie alles abverlangt. Du hast einen sehr guten Job gemacht. Ihr habt keine fünf Ausländer in der Mannschaft, spielt ein ehrliches, strukturiertes und einfaches Eishockey. Das wünscht sich eigentlich jeder Trainer,“ sprach Jürgen Lederer an Muhr gewandt und fügte noch an: „Meine Worte machen es jetzt nicht unbedingt besser und ich weiß, wie weh es gerade tut. Uns ging es vor drei Jahren in Pfaffenhofen genauso. Aber Kopf hoch und Respekt für eure Leistung,“ schloss er unter dem Applaus der Zuhörer.

Karl Oexler

ERSTE: Kornreder, Catelin, Muhr, Hätinen L., Koppitz, Wolf Mi., Münzhuber, Ullmann, Neubauer, Eckl O., Seidel, Guft-Sokolov, Hätinen K., Tlacil, Fichtenau, Felsöci, Weber  

Tore: 1:0 (37.) Dzerins (Kokes, Sramek); 2:0 (45.) Dillmann (Vogl, Maierhofer); 3:0 (59.) Dillmann (Maierhofer, Cejka)

Strafen:  EHC   4    ECP   6

Zuschauer: 635

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