10+1 Frage: Pascal Weiner

Wir möchten Euch gerne Gelegenheit geben, den ECP besser kennenzulernen, deshalb haben wir ein neues Format kreiert: 10+1 Frage. In loser Reihenfolge werden Verantwortliche der verschiedenen Bereiche Rede und Antwort stehen.

Am Sontag startet unsere Mannschaft, die Brewers, in die Saison der Bundesliga Süd. Das ist der perfekte Anlass, mit dem neuen Abteilungsleiter Inlinehockey einen kleinen Plausch zu halten, um zu erfahren, was seine Ziele und Ideen sind. Dabei soll auch der Nachwuchs nicht zu kurz kommen.

Auch wir kennen uns schon ewig lang, deshalb werden wir wahrscheinlich ab und zu von Vergangenem schwelgen und ein bisschen vom Thema abkommen.

Deshalb wieder der Hinweis an die Leser: Blau und kursiv bin ich, der Rest ist Pascal.

Hallo Pascal,

du bist ja der neue Abteilungsleiter für Inlinehockey.

ich würde dir gern die 10 +1 Frage stellen, um allen, die sich für diesen Sport interessieren, einen kleinen Einblick in die Sportart in die Abteilung zu geben.

1. Wer bist Du überhaupt ? Bist du 20 oder 30 Jahre im Verein??

Also, ich werde diesen Monat 30 Jahre alt, d.h. ich bin fast 30 Jahre Vereinsmitglied. Ich bin durch den ganzen Eishockey-Nachwuchs des ECP gegangen und hatte schon früh Kontakt zum Inlinehockey, und zwar im Jahr 2002.

2. Wie bist du zum Eishockey gekommen?
Ich weiß ja, dass das die Einstiegsdroge war und du noch immer spielst.

Eishockey ist mir quasi in die Wiege gelegt worden, nachdem mein Papa schon gespielt hat, meine Mama in der Hobbymannschaft und mein Bruder durchaus erfolgreich in der Bayernliga-Mannschaft unterwegs war, ist das quasi eine „Familienkrankheit“. Ich habe bei den Bambini angefangen und war dann ab dem zweiten Kleinschülerjahr im Tor. Auch Inlinehockey hab ich relativ früh angefangen. Ich habe sogar schon Skaterhockey gespielt.

3. Bevor wir richtig anfangen, müssen wir ein paar Begriffe klären:
Inlinehockey, Inline skaterhockey, was ist was, und was davon macht der ECP?

Zwischen Inlinehockey und Skaterhockey gibt es einige gravierende Unterschiede: Der offensichtlichste: Skaterhockey wird mit einem Ball gespielt, Inlinehockey mit speziellen Pucks aus Hartplastik, damit er besser rutscht. Im Winter sind die Pucks aus Hartgummi, das würde im Sommer nicht funktionieren. Inlinehockey wird ganz ohne Körper gespielt (das soll heißen kontaktlos), Checks sind nicht erlaubt. Es kommt also sehr auf die Technik des Spielers an. Bei den Erwachsenen verzichten die Spieler deshalb auf den Brustschutz, Kinder spielen mit denselben Protektoren wie beim Eishockey. Das soll Verletzungen vorbeugen. Der Puck ist etwas langsamer als auf Eis, das macht die Sache auch für (Eishockey-)Anfänger, aber auch für die Zuschauer, etwas einfacher. 

Beim Skaterhockey ist Körperkontakt durchaus üblich, gewünscht und erlaubt.

Bei beiden Sportarten gibt es nur eine Mittellinie und damit kein Abseits und auch kein Icing.

Eigentlich wird auf kleineren Feldern gespielt. Nur da, wo der Boden in Eisstadien gelegt wird, haben wir dieselbe Feldgröße wie beim Eishockey. 

In Pfaffenhofen spielen wir wegen der größeren Nähe zum Eishockey Inlinehockey.

4. Wie kommt man vom Eishockey zum Inlinehockey?

Es gibt ja durchaus bei manchen Eishockey-Trainern die Meinung, dass beides nicht zusammenpasst.

Die Meinung kann ich nicht teilen, gerade im Nachwuchs ist es doch wichtig, dass die Kinder Bewegung haben, Und die sollen sie beim ECP kriegen, und dabei soll die Bindung zur Mannschaft noch stärker werden. Es sind ja viele dabei, die sich vom Eishockey her kennen. Deshalb haben wir uns auch an den Mannschaften entsprechend dem Eishockey orientiert, beim Inlinehockey  und beim Skaterhockey sind die Mannschaften von den Jahrgängen her anders zusammengesetzt. Bein Nachwuchs ist Inlinehockey im Moment tatsächlich „nur“ die Fortsetzung des Eishockey im Sommer, die neben dem Athletiktraining im Sommer – von Coach Stef – Skills, Teamgeist und Spaß vermitteln soll. Ich glaube, Training mit Schläger macht einfach noch mehr Spaß als nur Athletiktraining.

Und wie bist du persönlich zum Inlinehockey gekommen? Sorry, meine Frage war ungenau.

Ich hab oben schon erwähnt, dass ich sehr früh mit Inlinehockey in Berührung kam. Daran war schuld war Bob Sullivan, der 2002 die Weltmeisterschaft nach Pfaffenhofen geholt hat. Da war die jetzige Stadtwerke-Arena tatsächlich neben Nürnberg Austragungsort einer WM und hatte dazu sogar eine richtige Tribüne ;-).

Das war damals total faszinierend für mich. Seitdem ist meine Leidenschaft für Inlinehockey nie eingeschlafen.

Bob Sullivan hat dann für uns Kinder auch Trainings angeboten, und wird haben da als Little Indians sogar schon Turniere gespielt. Ich selber habe dann später auch noch Skaterhockey bei den Lumberjacks in Ingolstadt gespielt. Bei der Inlinehockey-WM in Ingolstadt (und noch ein paar anderen) habe ich – wie meine ganze Familie – als Volunteer mitgeholfen.

5. Was macht für Dich die Faszination von beidem (Eishockey und Inlinehockey) aus?

Ganz klar der Teamgeist. Wie eigentlich bei allen Mannschaftssportarten wird nie einer ein Spiel alleine tragen können, Gerade für Kinder ist es wichtig zu verstehen, dass man sich als Einzelspieler auch mal zurücknehmen muss, weil es etwas Größeres gibt, und das ist eben das Team.

Die Faszination ist ganz klar die Schnelligkeit, das Technische, beim Eishockey auch durchaus mal die Härte.

6.  Langsam verstehe ich, wieso du jetzt Abteilungsleiter geworden bist.

Wie kamst Du zu dem Job?

Naja, Ich bin mir sicher, Du hast schon gemerkt, dass ich wirklich bereits sehr lange fasziniert vom Inlinehockey bin. Und durch meine Volunteers bei den WMs habe ich ziemlich gute Kontakte,. Das hat sich auch im Verein rumgesprochen.

Eigentlich war das gar nicht so geplant von mir, aber dann kamen die Verantwortlichen des Vereins und haben mich gebeten. Ich bin dem Verein so verbunden, dass ich gar nicht hätte Nein sagen können.

7. Wie ist die Abteilung strukturiert?

Wir haben aktuell mit den Brewers nur eine einzige Mannschaft im Spielbetrieb und die Nachwuchstrainings. Ich bin der „MC“ – der Master of Ceremony – , kümmere mich um alles Organisatorische. Unterstützt werde ich im Nachwuchsbereich durch den Inlinehockey- (und mittlerweile auch Eishockey-)Jugendleiter André Obermann.

Trainer der Brewers ist Lukas Usselmann, der in diesem Jahr seinen Trainerschein gemacht hat. (Den braucht er für diesen Job aber eigentlich gar nicht). 

Zumindest bei den Heimpielen werden wir auch noch von Katha(rina) Heinzinger unterstützt – und natürlich vom Spieler-Anhang fürs Catering.

Beim Nachwuchs ist uns leider Trainer Andy Beil verletzt ausgefallen, so mache ich selbst jetzt die zwei Trainings bei den Kleineren, und eins bei den Größeren, dass andere leitet Daniel Ernst, der auch schon Brewers-Trainer in der ersten Saison war.

8. Was sind dein Ziele für die Abteilung Inline Hockey generell?

Das mit dem Abteilungsziel ist eine große Frage, da brauche ich noch eine Weile, um  sie zu beantworten, komm doch nächstes Jahr wieder 😉 

Was ich schon sehe:

Mein Ziel ist vor allem, dass wir für Kinder ein Training anbieten können zum Austoben und Spaß haben und später vielleicht auch noch mehr, das muss die Zeit zeigen. Wir werden versuchen möglichst viele Eishockey-Spieler für diese coole Sommerbeschäftigung zu begeistern.

9. Was sind die Saisonziele für die Brewers?

Mit den Brewers starten wir in der Inlinehockey-Bundesliga Süd. Das müssen wir, denn in den niedereren Ligen dürfen keine Spieler antreten, die aktiv Eishockey spielen. Das macht aber der Großteil unserer Mannschaft. Wenn Du dir das Team anschaust, sind da viel Namen, die du vom Eishockey kennst.

Für die Brewers ist mir persönlich wichtig, dass der Sport Freude macht, dazu kommt hier aber durchaus auch, Erfolg in der Bundesliga zu haben, aber auch verletzungsfrei durch die Saison zu kommen. Kurz:

Spaß haben und soviel gewinnen wie möglich…. Schön wäre, wenn sich der eine oder andere noch entwickeln könnte, das wäre dann ein positiver Nebeneffekt. Ein anderer ist einfach, dass die Fitness für den Winter erhalten bleibt.

10. Was sind deine Ideen für den Nachwuchs?

Für unseren Eishockey-Nachwuchs haben wir im Sommer noch keinen Ligenbtrieb. Wir haben die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt: U9/U11 und U13/15/17. Die haben jeweils zweimal in der Woche Training, bei dem Spaß absolut im Vordergrund steht.

Bei den Kleineren spielen wir bewusst Inlinehockey, weil das mit dem Puck von der Technik her näher am Eishockey ist. Es ist auch etwas langsamer, so kann man die Technik gut einüben. Bis zur U13 ist ja auch Eishockey ohne Checks, wie gesagt, deshalb liegt es nahe, hier Inlinehockey anzubieten.

Aber ich bin noch neu in dem Job  und muss mir da erst ein Bild machen, eben weil ja die Strukturen sowohl im Inlinehockey als auch beim  Skaterhockey anders sind als im Eishockey. Außerdem gibt es in unseres Gegend noch wenig Nachwuchsmannschaften, die Inlinehockey spielen. Deshalb müssten wir dann wahrscheinlich auf Skaterhockey umschwenken.

Ich muss erst mal schauen, wie das Angebot, das wir jetzt machen, angenommen wird und ob überhaupt Interesse besteht, in einer Liga zu spielen.

Deshalb schaue ich mir das diese Saison erst mal an, wichtig ist, dass wir erreicht haben, für unsere Mitglieder das Training im Sommer anzubieten, das allein war schon ein Act.

Und nun kommen wir zur letzten Frage. Stell dir vor, es gäbe keine Einschränkungen. Was würdest du gerne umsetzen?

Da bin ich ziemlich bescheiden. Ich bin zufrieden, wenn wir den Weg, den wir jetzt zu gehen beginnen, weitergehen können, von Eltern und Verein Unterstützung bekommen. Wenn mir vom Vorstand die Zeit gegeben wird, diesen Weg zu verfeinern und zur Straße auszubauen, ist alles gut.

Das Gespräch führte Norbert Schorr

Fotos: Ivana Cesarec

!!! Wenn Ihr mehr über den Saisonstart der Brewers erfahren wollt, lest HIER WEITER !!!

Zur Person

Pascal Weiner
Geboren in Pfaffenhofen
30 Jahre alt
Vereinsmitglied seit 1996

Abteilungsleiter Inlinehockey seit 2026