Fatale doppelte Unterzahl
Enttäuschte Gesichter beim EC Pfaffenhofen nach der Auftaktpartie in der Abstiegsrunde der Eishockey-Bayernliga. Lange Zeit hielten die vom Verletzungspech arg gebeutelten Gastgeber am Freitagabend mit viel Einsatz und Leidenschaft das Duell gegen den ESV Buchloe offen und hatten beim Stand von 1:1 wenige Minuten vor dem Spielende zumindest einen Teilerfolg vor Augen, ehe eine doppelte Unterzahl den Gästen das vorentscheidende 1:2 und schließlich den Sieg ermöglichte.
Dass am Ende dann ein vermeintlich deutliches 1:4 (0:0; 1:1; 0:3) auf der Anzeigetafel stand, spiegelt deshalb auch nicht den wahren Spielverlauf wider. Denn die beiden letzten Gegentore fingen sich die Hausherren ein, als sie nach dem 1:2 alles nach vorne warfen. So resultierte das 1:3 (59.) aus einem Konter und das 1:4 zehn Sekunden vor der Schlusssirene aus einem Treffer ins leere Tor, das Jonathan Kornreder zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte.
Bitter natürlich für die junge Pfaffenhofener Mannschaft, die den erfahrenen und mit mehreren Ex-Profis besetzten Gästen erfolgreich Paroli geboten und einen sicher nicht unverdienten Punktgewinn in greifbarer Nähe hatte. Dann aber musste Lukas Ullmann wegen eines Bandenchecks auf die Strafbank und eine Minute später folgte ihm Michael Wolf, dessen Strafe wegen Hakens Markus Muhr anschließend in Frage stellte. „Das war eine Situation, die kann man pfeifen, aber ob man das kurz vor Schluss bei einem Spielstand von 1:1 und einer bereits bestehenden Unterzahl auch muss, sei dahingestellt,“ kommentierte der ECP-Coach die wohl spielentscheidende Szene.
Korneder geht kurz vor Schluss runter
Mit dann zwei Mann mehr auf dem Eis erzielten die Pirates die 2:1-Führung – und dies nur gut vier Minuten vor dem Ende. Buchloes Trainer Dominic Weis beorderte dazu seine erfahrensten Spieler auf das Eis und der Kanadier Mateo Cabral ließ Kornreder mit einer Direktabnahme keine Chance (56.).
Bis dahin hatte es danach ausgesehen, als würde die Partie in der Overtime oder im Penaltyschießen entschieden werden, denn beide Mannschaften neutralisierten sich im Schlussabschnitt weitgehend. Nachdem die Gäste, wie erwartet, zu Beginn mit viel Schwung gestartet waren, im ersten Drittel mehr vom Spiel und auch mehr Torschüsse hatten, sollten sich die Spielanteile in der Folgezeit zunehmend ausgleichen.
Doch zunächst mussten die Gastgeber gleich nach der ersten Pause einen Rückschlag hinnehmen, als Cabral in der 23. Minute die Gäste in Führung brachte. Dabei offenbarte sich wieder einmal eine große Schwäche des ECP. Denn den Treffer fingen sich die Gastgeber in eigener Überzahl ein – nicht zum ersten Mal in dieser Saison.
Seidel legt für Ullmann den Ausgleich auf
Davon nicht allzu sehr beeindruckt, fanden die Hausherren danach aber immer besser ins Spiel, waren bissig in den Zweikämpfen und kamen selbst zu guten Möglichkeiten. Den Ausgleich hatte Jan Tlacil nur kurz nach dem 0:1 auf dem Schläger, als er einem Verteidiger an der Blauen Linie den Puck abluchste, aber allein vor ESV-Torhüter Dieter Geidl scheiterte. Das 1:1 gelang dann wenig später Lukas Ullmann, der nach starker Vorarbeit von Anton Seidel traf. In der Folge war es ein Spiel auf Messers Schneide, in dem sich beide Schlussmänner mehrmals auszeichnen konnten – und die Gäste schließlich das glücklichere Ende für sich hatten.
ERSTE: Kornreder, Marx – Muhr, Hätinen L., Koppitz, Wolf Mi., Münzhuber, Sauer, Leonhardt, Ullmann, Neubauer, Seidel, Hätinen K., Tlacil, Vrana, Fichtenau, Weber, Pfab L., Schwirtzer
Tore: 0:1 (23.) Cabral (Lewis, Keil 4:5); 1:1 (29.) Ullmann (Neubauer, Seidel); 1:2 (56.) Cabral (Thiel, Carciola 5:3); 1:3 (59.) Krafczyk (Cabral, Lewis); 1:4 (60.) Cabral (Thiel, Lewis ENG)
Strafen: ECP 10 – ESV 6
Zuschauer: 200
Foto: Ralph Steffen


