Vierzig Sekunden fehlten zum Sieg
Eine überzeugende Vorstellung bot der EC Pfaffenhofen am Sonntag gegen den VfE Ulm/Neu, doch am Ende gab es nur enttäuschte Gesichter im Lager der Hausherren. 2:1 führte die Mannschaft vom Markus Muhr bis 40 Sekunden vor dem Ende gegen den Tabellenführer der Abstiegsrunde und hatte den so wichtigen Drei-Punkte-Erfolg bereits vor Augen, als sie Martin Podesva aus allen Träumen riss. In der anschließenden Verlängerung entführte schließlich Bohumil Slavicek mit dem Siegtreffer auch noch den Zusatzpunkt an die Donau.
„Hätte mir vor dem Spiel jemand den einen Punkt angeboten, hätte ich das sofort angenommen,“ gab Muhr nach der Partie zu, wohl auch noch unter dem Eindruck des schwachen Auftritts und der daraus resultierenden klaren Niederlage nur zwei Tage zuvor in der Neu-Ulmer Eishalle. „Aber so ist die Niederlage natürlich sehr bitter,“ trauerte er den zwei verlorenen Punkten nach. Vor allem weil seine Mannschaft eine der besten Saisonleistungen auf eigenem Eis abgeliefert hatte und das weiterhin ohne die verletzten fünf Stammspieler. „Nach der schwachen Vorstellung vom Freitag bin ich heute mit der Leistung absolut zufrieden,“ lobte Muhr. Und sein Ulmer Kollege konnte ihm da nur beipflichten. „Meinen allerhöchsten Respekt an die Pfaffenhofener Mannschaft. Die haben heute alles gegeben, waren bissig in den Zweikämpfen und haben sich in jeden Schuss geworfen,“ sagte Michael Bielefeld, der natürlich froh war, dass es seiner Mannschaft am Ende doch noch gelungen war, die Partie zu drehen und damit den vorzeitigen Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen. Der hatte schon gute zwei Minuten vor dem Ende seinen Torhüter vom Eis genommen, um mit einem sechsten Feldspieler noch zum Ausgleich zu kommen. Dazu bot er seine erfahrensten Spieler auf, die sich im Pfaffenhofener Verteidigungsdrittel festsetzten. Nachdem mehrere Versuche der Gäste von der ECP-Abwehr geblockt oder vom überragenden Jonathan Kornreder entschärft worden waren, hatten die Gastgeber die Gelegenheit, sich zu befreien. Doch sie brachten den Puck nicht aus dem eigenen Drittel und im anschließenden Gedränge vor dem Tor schaffte es Podesva, die Scheibe irgendwie über die Linie zu stochern. Von Beginn an hatten sich beide Mannschaften einen offenen, aber jederzeit fairen Schlagabtausch geliefert, in dem die Gäste zwar erwartungsgemäß etwas mehr vom Spiel hatten, die Gastgeber aber mit ihren schnell vorgetragenen Angriffen jederzeit gefährlich waren. In der 10. Minute brachte Podesva Ulm nach Vorarbeit seines tschechischenLandsmanns Jakub Bernad in Front. Gleich darauf musste Kareem Hätinen wegen eines unkorrekten Körperangriffs gleich für fünf Minuten auf die Strafbank, in dem Fall eine ziemlich harte Entscheidung. Die Hausherren wehrten sich zunächst vehement gegen einen weiteren Gegentreffer und glichen eine Minute vor Ablauf der Strafe sogar aus. Jan Tlacil, der angeschlagen in das Spiel ging, startete einen Konter und nachdem er im ersten Versuch den Puck nicht richtig getroffen hatte, ließ er im zweiten Michael Güßbacher im Tor der Gäste keine Chance. Im Mittelabschnitt blieb die Begegnung weiter offen, ehe in der 37. Minute die Gastgeber jubeln konnten. Lukas Ullmann eroberte in der Kurve den Puck, zog vor den Kasten und traf ins lange Eck. Auch im Schlussabschnitt gab es Chancen auf beiden Seiten und nachdem Tlacil die große Möglichkeit zum 3:1 ausgelassen hatte, sorgten die Devils doch noch für Ernüchterung bei den Hausherren. In der Verlängerung nutzten sie schließlich auch noch das Momentum und sicherten sich durch Slaviceks Treffer im Nachschuss auch noch den Zusatzpunkt.
Karl Oexler
ERSTE: Kornreder, Marx, Muhr, Hätinen L., Wolf Mi., Münzhuber, Sauer, Leonhardt, Ullmann, Neubauer, Gebhardt, Seidel, Guft-Sokolov, Hätinen K., Tlacil, Vrana, Fichtenau, Weber, Pfab L., Schwirtzer
Tore: 0:1 (10.) Podesva (Bernad, Schneider); 1:1 (16.) Tlacil (4:5); 2:1 (37.) Ullmann (Neubauer, Vrana); 2:2 (60.) Podesva (Klingler); 2:3 (63.) Slavicek
Strafen: ECP 9 VfE 4
Zuschauer: 200

