Ersatzgeschwächter ECP trumpft auf
Stark verbessert gegenüber der deutlichen Abfuhr vom vergangenen Sonntag gegen Dingolfing (4:11) hat sich der EC Pfaffenhofen an diesem Wochenende gezeigt. Zwar unterlagen die Pfaffenhofener in der Eishockey-Bayernliga am Freitag dem EHC Waldkraiburg mit 3:5 (1:2; 2:2; 0:1), leisteten dem Favoriten aber bis zur Schlusssirene heftigen Widerstand. Am Sonntag folgte dann ein überraschender 4:3-Erfolg n. V. beim ESV Buchloe – der erste Sieg des Jahres für den ECP.
Danach hatte es lange nicht ausgesehen, denn in der ereignisarmen Partie führten die Allgäuer durch ein Tor von Alexander Krafczyk (19.) lange mit 1:0 . Nach einem torlosen zweiten Drittel ging es im Schlussabschnitt rund: Jan Tlacil, Robert Neubauer und Anton Seidel schossen eine 3:2-Führung für den ECP heraus, ehe Marc Krammer die Buchloer mit seinem Tor in der 59. Minute in die Verlängerung rettete. Dort hatte aber Pfaffenhofen das letzte Wort: Alexander Eckl traf zum 4:3-Endstand und dass, obwohl dem ECP einige Leistungsträger fehlten.
Bereits im Vorfeld der Partie am Freitag gegen Waldkraiburg hatte das ECP-Trainerteam Markus Muhr und Markus Welz mit erheblichen Personalproblemen zu kämpfen. Zu den drei Langzeitverletzten gesellten sich auch noch die erkrankten Kareem Hätinen, Edgard Fichtenau und Leon Kopitz sowie kurzfristig Torhüter Jonathan Kornreder. Dies hatte zur Folge, dass Steven Catelin zwischen den Pfosten stand und Lukas Popela als überzähliger Kontingentspieler nur zuschauen konnte.
Sonderlob für ECP-Talente
Um wenigstens drei komplette Blöcke aufbieten zu können, wurde nach Maddox Schwirtzer mit Luis Pfab, der sich gerade mit seiner Mannschaft auf den Weg zum Auswärtsspiel in München machen wollte, ein weiterer junger Spieler der 1b zum Team beordert. Und die Reihe mit den beiden und Elias Weber machte ihre Sache so gut, dass sie sich ein Sonderlob des Trainers verdiente. „Ich muss diesen Jungs ein Riesenkompliment machen. Die haben heute zum ersten Mal komplett durchgespielt und mit viel Einsatz und Kampfgeist zur guten Leistung beigetragen“, sagte Muhr, der vor allem mit dem über die gesamte Spielzeit konzentrierten und engagierten Auftritt seiner Mannschaft zufrieden war. Und es damit den Gästen enorm schwer machte, wie auch Jürgen Lederer bestätigte. „Pfaffenhofen hat super gespielt, gut verteidigt und uns kaum Raum gelassen. Für uns sind sie fast sowas wie ein Angstgegner, weil sie gegen uns immer alles nahezu richtig machen“, zeigte sich der EHC-Coach erleichtert, die im Kampf um die Play-off-Plätze so wichtigen Punkte mit nach Hause nehmen zu können. Vor allem verteilten die Gastgeber dieses Mal keine großzügigen Gastgeschenke, wie dies in den letzten Heimspielen häufiger der Fall gewesen war.
Schwirtzer mit Debüt-Tor in der Bayernliga
Nach einer schwungvollen Anfangsphase, in der die Hausherren mehrere gute Möglichkeiten zu verzeichnen hatten und zwei Überzahlspiele ungenutzt ließen, schlugen die Gäste im ersten Powerplay zu. Einen Schuss von Andris Dzerins fälschte Nico Vogl unhaltbar zur EHC-Führung ab. Der ECP ließ sich dadurch aber nicht beeindrucken und kam in der 17. Minute zum Ausgleich. Torschütze war Youngster Maddox Schwirtzer im Nachsetzen. Das ECP-Talent erzielte damit seinen ersten Treffer in der Bayernliga. Doch nur gute 30 Sekunden später legten die Löwen wieder vor. Dieses Mal war es Dzerins, der in einen Schuss von Martin Kokes den Schläger reingehalten hatte und den Puck zum 1:2 ins Tor abfälschte.
Offener Schlagabtausch
Mit viel Schwung kamen die Gastgeber nach der Pause wieder auf das Eis und spielten sich lange Zeit im Drittel der Gäste fest. Nachdem Anton Seidel knapp den Ausgleich verpasst hatte, kam Waldkraiburg in der 27. Minute mit dem ersten gefährlichen Angriff durch Santeri Ovaska zum 1:3. Der ECP blieb jedoch dran und mit einen stark herausgespielten Überzahltor konnte Jan Tlacil verkürzen (32.). Und auch auf den zweiten Powerplay-Treffer der Gäste durch Jakub Sramek (39.) folgte prompt die Antwort erneut durch Tlacil, der nach einem starken Solo von Jakub Vrana den abgewehrten Schuss über die Linie bugsierte (3:4, 40.). In einem über weite Strecken ausgeglichenem Spiel traf Ovaska in der 48. Minute zur Vorentscheidung – ein etwas umstrittener Treffer, dem ein aus ECP-Sicht nicht geahndetes Foul an Hannes Leonhardt vorausging. Der ECP versuchte zwar trotz nun nachlassender Kräfte bis zum Schluss alles, doch die routinierten Gäste ließen nun nichts mehr zu. „Das war heute eine ganz andere Leistung als letzte Woche. So wollten wir heute auftreten“, zeigte sich Muhr trotz der Niederlage zufrieden mit der Vorstellung seiner doch stark dezimierten Mannschaft.
Karl Oexler
ERSTE: Catelin, Marx, Muhr, Hätinen L., Wolf Mi., Münzhuber, Sauer, Leonhardt, Ullmann, Neubauer, Eckl A., Seidel, Tlacil, Vrana, Weber, Pfab L., Schwirtzer
Tore: 0:1 (13.) Vogl (Dzerins, Hora 5:4); 1:1 (17.) Schwirtzer (Weber, Münzhuber); 1:2 (18.) Dzerins (Kokes, Ovaska); 1:3 (27.) Ovaska (Dzerins, Decker); 2:3 (32.) Tlacil (Neubauer, Vrana 5:4); 2:4 (39.) Sramek (Hora, Dzerins 5:4); 3:4 (40.) Tlacil (Vrana, Leonhardt); 3:5 (48.) Ovaska (Kokes, Dzerins)
Strafen: ECP 6 EHC 14
Zuschauer: 200
Fotos: Frank Stolle
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