Zwei-Tore-Führung reicht nicht
Nach dem doch etwas überraschenden Punktgewinn vom Freitag in Ulm war dafür die Enttäuschung am Sonntag im Heimspiel gegen den ESV Burgau umso größer im Lager des EC Pfaffenhofen. In einer schwachen Bayernliga-Partie gab der ECP gegen das Schlusslicht in den Schlussminuten eine Zwei-Tore-Führung noch aus der Hand und unterlag den Gästen am Ende mit 3:4 (1:1; 2:0; 0:2, 0:1) nach Penaltyschießen, die damit zwei Zähler mit nach Hause nehmen konnten.
In einer zerfahrenen Begegnung sahen die Hausherren bis wenige Minuten vor der Schlusssirene beim Spielstand von 3:1 wie die sicheren Sieger aus. Doch mit zwei Mann mehr gelang den Gästen durch Max Arnawa erst der Anschlusstreffer (55.) und schließlich durch Andreas Wiesler in der Schlussminute sogar noch der Ausgleich. Nachdem in der folgenden Verlängerung kein Treffer fiel, musste das Penaltyschießen über den Zusatzpunkt entscheiden. Und da waren bei den Gästen Emil Malysjev und Wiesler erfolgreich, während beim ECP lediglich Jakub Vrana verwandeln konnte.
Muhr hadert mit dem Schiedsrichter
Sichtlich angefressen war Markus Muhr über die Situation, die zur doppelten Unterzahl seiner Mannschaft geführt hatte. „Was da heute stattgefunden hat, ist der Wahnsinn. Nach dem Bully wird ein klares Foul von Burgau nicht gegeben, Sekunden später bekommen wir die Strafe, spielen drei gegen fünf statt vier gegen vier und fressen dann das 3:2“, ärgerte sich der ECP-Trainer, wollte sich aber nicht weiter auslassen. „Sonst bekomme ich noch eine Strafe.“
Nur kurz zuvor hatten sich die Schiedsrichter bereits den Unmut des Pfaffenhofener Publikums zugezogen, als sie Anton Münzhuber nach einem nach Ansicht vieler im Stadion fairen Checks gar für fünf Minuten auf die Strafbank schickten und die Hausherren bis kurz vor Spielende in Unterzahl agieren mussten.
Der Ausgleich in der Schlussminute fiel allerdings bei Gleichstand auf dem Eis, als Gästetrainer Fabio Carciola seinen Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatte, Wiesler einen missglückten Klärungsversuch in der Luft abfing und Steven Catelin mit einem trockenen Schuss das Nachsehen gab. „Wir müssen die Scheibe nur noch irgendwie über die Bande rausbringen und machen dann solch einen dummen Fehler“, fuhr Muhr in seiner Analyse fort.
ECP erwischt Start nach Maß
Dabei hätte es gar nicht soweit kommen müssen. Seine Mannschaft erwischte einen Start nach Maß und ging schon nach gut vier Minuten durch Kareem Hätinen in Führung. Doch für Sicherheit sorgte dieser Treffer zunächst nicht und so kamen die Gäste noch vor der Pause nicht unverdient zum Ausgleich. Trotz eines Bullygewinns in der gegnerischen Verteidigungszone ging niemand zur Scheibe, die sich Tim Söldner schnappte, der von der Abwehr nicht mehr gestellt werden konnte und Catelin überwand.
Am Schluss fast durchgehend in Unterzahl
Und auch das zweite Drittel begann vielversprechend für die Gastgeber. Noch keine Minute war gespielt, als Robert Neubauer in Überzahl nach einem Vrana-Zuspiel direkt abzog und Roman Jourkov im Gästetor keine Chance ließ. Nur zwei Minuten später schloss Anton Seidel einen schnellen Konter über Jan Tlacil mustergültig ab und mit diesem 3:1 im Rücken hatten die Pfaffenhofener das Heft vorerst fest in der Hand. „Da hätten wir noch ein, zwei Tore machen müssen“, trauerte Muhr den vergebenen Chancen nach, ehe sich seine Mannschaft ab der 45. Minute fast nur mehr in Unterzahl der Burgauer Angriffe erwehren musste.
Karl Oexler
ERSTE: Catelin, Kornreder, Muhr, Hätinen L.,Eckl A., Wolf Mi., Münzhuber, Leonhardt, Ullmann, Neubauer, Seidel, Popela, Hätinen K., Tlacil,, Vrana, Fichtenau, Weber, Schwirtzer.
Tore: 1:0 (5.) Hätinen K. (Muhr, Ullmann); 1:1 (18.) Söldner (Gäbelein); 2:1 (21.) Neubauer (Vrana, Hätinen L. 5:4); 3:1 (23.) Seidel (Tlacil, Wolf M.); 3:2 (55.) Arnawa (Makovics, Gäbelein 5:3); 3:3 (60.) Wiesler; 3:4 (65.) Wiesler (Penalty)
Strafen: ECP 19, ESV 6
Zuschauer: 320
Fotos: Frank Stolle
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