Es geht nur noch um das Team

Zum fünften Mal in Folge muss der EC Pfaffenhofen im Kampf um den Klassenerhalt in der Eishockey-Bayernliga nachsitzen. In diesem Jahr geht es in einer Verzahnungsrunde gegen zwei Bayernligisten und fünf Landesligisten. Der Abstieg würde schwerwiegende Folgen haben, die Verantwortlichen aber sind guter Dinge. Dabei soll ein weiterer Neuzugang aus Kanadahelfen. Heute steht das erste Spiel an.

Platz acht war eigentlich das Ziel des EC Pfaffenhofen in der Eishockey-Bayernliga. Seit dem letzten Heimspiel 2017 ist klar: Dafür reicht es nicht. Wieder nicht. Zum fünften Mal in Folge geht es also wieder gegen den Abstieg, diesmal in einer Verzahnungsrunde mit den Landesligisten. Das Risiko abzusteigen ist größer als in den vergangenen Jahren: Nur drei von acht Teams qualifizieren sich nach 14 Spielen für die Bayernliga. Vor den entscheidenden Wochen hat Abteilungsleiter Alexander Dost noch einen kanadischen Neuzugang an Land ziehen können. Dost und Kapitän Stefan Huber sind sich einig: Das Team steht in der Pflicht. Und: Der ECP bleibt drin.

Die Ausgangslage

Im vergangenen Jahr stand Pfaffenhofens Teilnahme an der Abstiegsrunde bereits frühzeitig fest. Als Michael Dippold Anfang Dezember 2016 das Traineramt von Heinz Zerres übernahm, war dieser Umweg zum Klassenerhalt schon eingeplant. Ingesamt sammelten die IceHogs in der Vorsaison nur zwölf Punkte. Heuer sind es mehr als doppelt so viele Punkte, lange machten sich die Pfaffenhofener Hoffnungen auf den achten Rang, der zur Verzahnungsrunde mit der Oberliga berechtigt. „Das haben wir durch unsere eigenen Fehler verpasst. Wir sind selbst schuld, die Chance war da“, sagt Abteilungsleiter Dost. Dennoch schürt genau diese Statistik die Hoffnungen. „Wir sind zu gut, um abzusteigen. Wenn es normal läuft und wir unsere Leistung auf das Eis bringen, bleiben wir drin“, sagt Kapitän Stefan Huber.

Spielführer und Abteilungsleiter sind sich einig: Der ECP hat schon sehr gute Leistungen gezeigt. Dennoch wird es jetzt spannend. „Wir müssen eine Schippe drauflegen und 60 Minuten Eishockey spielen, nicht nur ein Drittel“, fordert Huber. „Es geht nicht mehr um eigene Statistiken, es geht nur noch um das Team.“ Dost hat den Torabschluss als Schwäche ausgemacht. „Das Team sucht zu selten den direkten Abschluss“, sagt er. Das schlägt sich in den nackten Zahlen nieder – mit 70 Toren stellt der ECP den schwächsten Angriff der Liga. Stürmer Mike Chemello ist bei den Fans in die Kritik geraten. „Das verstehe ich nicht“, sagt Dost. „Bei Ausländern wird immer nur auf die Tore geschaut. Aber auch er ist auf dem aufsteigenden Ast.“ Sechs der letzten acht ECP-Tore gehen auf sein Konto.

Der Gang in die Landesliga bliebe nicht ohne Konsequenzen: „Es würde weiter gehen, aber mit anderen Vorzeichen. Diese Mannschaft wäre nicht zu halten“, gibt Dost zu. Außerdem wäre ein Abstieg ein schlechtes Signal an die Nachwuchsarbeit. Deswegen wird Dost auch deutlich: „Jeder Spieler ist in der Pflicht. Niemand kann sich mehr hinter den Trainern verstecken. Es geht um den Verein, aber auch die Spieler spielen um neue Verträge.“

Nach dem Rücktritt der Trainer Gregor Tomasik und Dimitri Kurnosow leitet der erfahrene Kern des Kaders um Huber und die Kanadier Jake Fardoe und Chemello das Training. Für Huber ist die Situation neu. Und keinesfalls leicht: „Ich bin eigentlich keiner, der dem Mitspieler sagt, was er falsch macht, oder wo es lang geht. Wir versuchen, das Beste daraus zu machen.“ Allerdings könnte das Team so näher zusammenrücken und geschlossener an die Aufgabe Klassenerhalt herangehen. „Das erhoffen wir uns“, sagt Kapitän Huber und fügt an: „Wir müssen eine Schippe drauflegen.“ Dost ist sich sicher: „Wir werden unter den ersten Drei landen und nicht absteigen.“

Der Modus

Die Abstiegsrunde wird in diesem Jahr in zwei Verzahnungsrunden gespielt. Jede dieser Runden besteht aus drei Bayernligisten und fünf Landesligisten. Insgesamt stehen für jedes Team 14 Spiele an, sodass jeder Teilnehmer gegen jede Mannschaft zweimal ran muss. Nur die Vereine auf den Rängen eins bis drei qualifizieren sich für die Bayernliga-Saison 2018/2019 – die anderen fünf müssen in der Landesliga starten. Es ist also möglich, dass insgesamt sechs Landesligisten aufsteigen sowie alle sechs Bayernligisten absteigen. Nie war in den vergangenen vier Jahren, als die IceHogs immer in der Abstiegsrunde spielten, das Risiko abzusteigen rechnerisch so hoch. „Schon im Vorjahr war diese Verzahnungsrunde ein Thema, diese ist damals aber am Rahmenterminkalender gescheitert“, sagt Dost. Durch diesen Modus erhoffe sich der Verband mehr Derbys und einen größeren Konkurrenzkampf.

Für die Bayernligisten wird sich jedoch etwas ändern: In der Hauptrunde haben sich die Bayernligisten noch auf zwei Ausländer pro Team begrenzt, in der Landesliga gab es diese selbstauferlegte Begrenzung nicht. Auch für die Abstiegsrunde gibt es keine derartige Bestimmung. Demnach ist damit zu rechnen, dass mehrere Bayernligisten noch kurzfristig aufrüsten werden und mit mehr als zwei ausländischen Kräften antreten werden.

Der Neuzugang

Auch der ECP will sich diese Möglichkeit, mit mehr als zwei ausländischen Akteuren zu spielen, nicht entgehen lassen. Deswegen ist Dost nochmal tätig geworden und hat Dillon Duprey verpflichtet. Der 24-jährige Stürmer war zuletzt in Schwedens dritthöchster Liga und in der amerikanischen SPHL für die Mississippi River Kings aktiv. Viel wichtiger aber: Der Kanadier kennt ECP-Stürmer Chemello, hat mit ihm im Collegeteam sehr erfolgreich zusammengespielt. „Wir erhoffen uns natürlich einen Sprung nach vorne. Die Gegner müssen sich jetzt auf beide einstellen, das wird nicht leichter“, sagt Dost. Duprey, der wie Chemello und Fardoe als Jugendtrainer in Pfaffenhofen tätig sein wird, dürfte keine lange Eingewöhnungszeit brauchen. Ob der Neuzugang am Wochenende spielt, ist noch fraglich. Weitere Neuzugänge sind möglich, Dost halte „Augen und Ohren offen“, auch wenn es schwierig sei, noch etwas zu machen.

Die Gegner

Als Tabellenzwölfter treffen die IceHogs in der Verzahnungsrunde C auf die beiden Bayernligisten ESV Buchloe (Rang neun) und EV Moosburg (Rang 14). Aus der Landesliga Gruppe 1 – die Nord-Gruppe – haben sich der ERSC Amberg, der ESC Haßfurt, der EC Bad Kissingen, der ERV Schweinfurt und der EHC Königsbrunn mit den Plätzen eins bis fünf qualifiziert. ECP-Abteilungsleiter Dost wäre die Südgruppe aus organisatorischen Gründen lieber gewesen, die Fahrtzeiten wären bei Gegnern wie Kempten oder Fürstenfeldbruck um einiges besser gewesen. „Leicht wird es sowieso nicht“, sagt Dost und warnt die Mannschaft: „Die Qualität der Landesligisten ist nicht zu unterschätzen. Wenn ein Bayernligist das macht, begeht er einen Riesenfehler.“ Vor allem Königsbrunn und Schweinfurt müsse man auf dem Zettel haben. Auch Kapitän Stefan Huber schätzt die Landesligisten hoch ein: „Sie spielen richtig gutes Eishockey, das ist klar. Der Respekt ist da.“

von Kevin Reichelt

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